CDU: Sachpolitik gegen Populismus – Wahlkampf durch gezielte Stimmungsmache verzerrt

26. März 2026


In einer gemeinsamen Sitzung haben Vorstand und die neu gewählten Mandatsträger der CDU am Montag den vergangenen Kommunalwahlkampf analysiert und die Ergebnisse bewertet. Dabei wurde deutlich: Die Christdemokraten blicken auf einen engagierten und breit angelegten Wahlkampf zurück – sehen aber auch klare Gründe für das am Ende hinter den Erwartungen gebliebene Ergebnis. Die Bilanz: Ein engagierter, bürgernaher Wahlkampf sei in der entscheidenden Phase durch gezielte Stimmungsmache überlagert worden. „Wir haben auf Inhalte und Dialog gesetzt – andere offenbar auf Verunsicherung“, heißt es aus den Reihen von Vorstand und Fraktion.

Über Jahre hinweg habe die CDU konsequent den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht – mit regelmäßigen Gesprächsformaten, Veranstaltungen und transparenter Information zu allen wichtigen lokalen Themen. Auch im Wahlkampf selbst stand nicht Ideologie, sondern konkrete Sachpolitik im Mittelpunkt: Kita-Neubau in der Schießhütte, Spielplätze sowie das Sport- und Freizeitgelände in den Mühlwiesen bildeten die zentralen Themen.

Bis wenige Wochen vor der Wahl wurde die Stimmung als überwiegend positiv wahrgenommen. Einen Wendepunkt markierten jedoch die Haushaltsberatungen, insbesondere die Diskussion um den Hallenneubau „In den Weiden“ und die Zukunft der alten Halle am Lekkerkerkplatz. Ein gemeinsamer Antrag von CDU, FWG und Grünen zur zeitlichen Festlegung der Projekte sollte Klarheit schaffen und setzte auf einen realistischen und umsetzbaren Weg – damit der Bau der neuen Sport- und Kulturhalle endlich beginnen kann.

Dies führte jedoch zu kontroversen Debatten. „Was dann folgte, war keine sachliche Auseinandersetzung mehr“, so die CDU. Stattdessen habe die SPD das Thema gezielt emotionalisiert, mit einseitigen Darstellungen, überzogenen Befürchtungen und massiver Mobilisierung. Selbst Demonstrationen seien auf Grundlage von Halbwahrheiten organisiert worden.

Diese Strategie habe Wirkung gezeigt: Die aufgeheizte Stimmung sei trotz Korrekturen am ursprünglichen Antrag nicht mehr vollständig einzufangen gewesen. Im Ergebnis konnte die CDU ihr Resultat zwar weitgehend stabil halten und stellt mit 11 Abgeordneten weiter die stärkste Fraktion, musste jedoch Zugewinne der SPD hinnehmen. „Unsere langfristige Arbeit und der intensive Wahlkampf haben sich leider nicht in dem Maße im Ergebnis niedergeschlagen, wie wir es uns erhofft hatten“, lautet das Fazit vom Parteivorsitzenden Gottlieb Burk.

Für die CDU steht dennoch fest: „Wir werden unseren Kurs als stärkste Fraktion nicht ändern.“ Man setze weiterhin auf Verlässlichkeit, transparente Entscheidungen und frühzeitige Bürgerbeteiligung. „Am Ende geht es darum, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen – nicht darum, Probleme auf die lange Bank zu schieben oder Ängste zu schüren“, so das abschließende Fazit.

Die CDU sieht in den kommenden Wochen den Bürgermeister in der Pflicht, nun endlich die Entscheidungen der Gemeindevertretung zu den einzelnen Projekten umzusetzen. Damit er sich nicht erneut hinter Ausflüchten verstecken könne, sollte in einer Sondersitzung des alten Parlaments noch in dieser Woche der Haushalt für das laufende Jahr beschlossen werden.