Haushalt 2012: Bei der Finanzierung
der Sporthalle am Lekkerkerkplatz
auf Pump macht die CDU nicht mit
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
beherrschendes Thema der vergangenen
Sitzung der Gemeindevertretung war
die Verabschiedung des Haushalts für
2012. Der vom Gemeindevorstand
vorgelegte Entwurf stellte einen
insgesamt ausgeglichenen Haushalt
dar. In den Ausschüssen wurde er
umfassend und konstruktiv beraten.
Alle Fraktionen haben
Änderungsanträge eingebracht – mit
Ausnahme der Grünen, die keinen
einzigen eigenständigen
Änderungsantrag erarbeitet hatten.
Wahrscheinlich surfen sie noch immer
auf der Anti-Atomkraftwelle und
haben noch keine Zeit für kommunale
Realitäten gefunden.
Die CDU-Fraktion hat
Änderungsanträge eingereicht, bei
denen deutlich wird, dass der
Bürgerwille Berücksichtigung findet.
Hier nur ein Beispiel: Wir wollen,
dass die Friedberger Straße wieder
für den Verkehr freigegeben wird.
Für die notwendigen
Reparaturmaßnahmen haben wir 30000
Euro beantragt.
Die CDU hat zudem erreicht, dass die
Unterstützung für Frauenhilfe
weniger willkürlich erscheint.
Zusätzlich zu den seit Jahren
begünstigten Einrichtungen haben wir
dafür gesorgt, dass nun auch ein
präventiver Ansatz verfolgt wird.
Ehe-, Familien-, Erziehungs- und
Lebensberatung von Diakonie und
Caritas werden nun ebenfalls mit je
400 € bedacht.
Wir wollen zudem, dass für den
Ankauf von Land im erweiterten
Baugebiet Schießhütte Geld
eingestellt wird. Hier soll ein
Zeichen gesetzt werden, dass junge
Familien in Ober-Mörlen auch
zukünftig in Ober-Mörlen willkommen
sind.
Im Bereich der Ortskernsanierung
wollen wir erreichen, dass endlich
der Parkplatz in der Frankfurter
Straße an die Reihe kommt. Auf
unseren Antrag hin gab es bereits im
November 2009 einen einstimmigen
Beschluss. Geschehen ist bis jetzt
nichts. Wir wollen hier keine
Sanierung erster Klasse, sondern es
geht uns darum, durch eine solide
und einfache Weise Schlaglöcher,
Schmutz und Staub endgültig im
Ortskern zu beseitigen. Dafür haben
wir beantragt, dass 30.000 Euro für
die Sanierung dieses Parkplatzes
bereitgestellt werden.
Allerdings sind die Spielräume im
Haushalt knapp. An vielen Stellen
sind Planungsunsicherheiten
vorhanden. So kann uns heute niemand
sagen, ob die als Verkaufserlös
eingestellten 100.000 Euro beim
Verkauf des Hauses in der Mühlgasse
10 erzielt werden. 764.000 € sollen
über den Verkauf von Gewerbeflächen
eingefahren werden. Dass wir das
schaffen, ist mehr als unsicher. Und
vor allem: Der bevorstehende Ankauf
von Wald auf dem Gelände der
Truppenübungsplatzes. Die Gemeinde
ist zum Ankauf verpflichtet. Es sind
dafür nur 1,4 Mio € im Haushalt
vorgesehen. Die Forderungen der BIMA
liegen bei 1,8, zuletzt sogar 2,4
Mio €. Da droht dem Haushalt ein
riesiges Loch. Die gesamte
Problematik dieser
Konversionsflächen ist letztlich den
Vertragssünden der Vergangenheit
geschuldet, die wir jetzt in der
Gegenwart ausbaden müssen. Zur
Erinnerung: mit dem damaligen
Verkaufserlös baute die SPD in den
70er Jahren die Usatalhalle.
Rücklagen für den absehbaren
Rückkauf wurden selbstverständlich
nicht gebildet.
Doch das alles entscheidende Thema
war -wie in den Jahren zuvor- der
von SPD, FWG und Grünen forcierte
Bau einer zweiten Sporthalle am
Lekkerkerkplatz. Es ist nicht
nachzuvollziehen, wie nach 13 (!)
gescheiterten Planungsvarianten eine
innerhalb von wenigen Wochen mit
heißer Nadel gestrickte 14. Variante
zum Ziel führen soll. Die kritischen
Fragen bleiben alle ungelöst: Vom
Parkplatzproblem (24 Parkplätze für
zwei Hallen) über
Lärmschutzauflagen,
Nutzungsbeschränkungen und eine
Usatalhalle, die weder für Sport
noch für Kultur taugt.
Wir fragen: Wie viel Geld soll
eigentlich noch in den Sand gesetzt
werden für Konzepte, die zum
Scheitern verurteilt sind? Die drei
Parteien verschließen sich dabei
jeder vernünftigen Alternative. Der
CDU-Vorschlag auf Prüfung eines
anderen Standorts bei gleichzeitiger
Vermarktung des Geländes
Lekkerkerkplatz und alter
Usatalhalle als Gegenfinanzierung
wird seit Jahren nicht einmal in
Erwägung gezogen und immer wieder
abgelehnt.
Stattdessen rechnet man sich in der
Koalition die Halle schön: Aus 2,7
Mio. € Baukosten sind schon
innerhalb von wenigen Wochen nach
deren Veröffentlichung nun 3,5 Mio.
Euro -wie im Haushalt eingestellt-
geworden. Und damit wird das Ende
der Fahnenstange noch lange nicht
erreicht sein: Schon nach der
Prüfung einer vorherigen Variante
und unter Berücksichtigung aller
dort veranschlagten Kosten in Höhe
von 6,3 Mio € war damit zu rechnen,
dass es deutlich teurer wird. Die
Schönrechnung besteht nun darin,
dass zum einen die Baukosten
drastisch zu tief angenommen werden.
In Rosbach wurde beispielsweise
kürzliche eine vergleichbare Halle
für 5,2 Mio € gebaut, und wir sollen
das mit 3,5 Mio € schaffen? Schlimm
auch, dass von der dringend nötigen
Sanierung der Usatalhalle, die
bisher mit 1,6 Mio € nun keine Rede
mehr ist. Gilt bei SPD, FWG und
Grünen etwa die Devise: Sport
hui, Kultur pfui?
Und alles das soll einzig und allein
auf Pump finanziert werden. Von den
drei Fraktionen wurde keinerlei
Konzept vorgelegt, wie man eine
Gegenfinanzierung machen könnte. Das
ist in höchstem Maße
unverantwortlich! Um es deutlich zu
machen: Die Pro-Kopf-Verschuldung in
Ober-Mörlen wird von derzeit rund
300 Euro auf mindestens 900 Euro,
wahrscheinlich deutlich mehr, in die
Höhe getrieben.
Wohin eine unverantwortliche
Verschuldungspolitik führt, erleben
wir derzeit täglich in Europa. Für
die CDU-Fraktion ist dies ein
schamloser Umgang mit öffentlichen
Haushalten und mit dem Geld der
Bürger unserer Gemeinde.
Das Fazit: Der Haushalt sieht nach
den Änderungsanträgen von SPD, FWG
und Grünen insgesamt eine halbe
Million Euro Planungskosten für 2012
und 3 Mio. Euro Investitionen für
2013 in die neue Halle vor. Und das
nach wie vor für einen Standort
Lekkerkerkplatz, an dem in vier
Jahren 13 Planungen gescheitert
sind. Das ist unrealistisch und
bringt unsere solide
Haushaltsführung in Schieflage.
Der von SPD, FWG und Grünen zu
verantwortende Haushalt ist
unseriös, er stellt die
Handlungsfähigkeit und
Unabhängigkeit der Gemeinde in
Frage. Die Mitglieder der
CDU-Fraktion haben den Haushalt 2012
deshalb geschlossen abgelehnt.
Beruhigen kann in diesem
Zusammenhang allein, dass die Halle
am Lekkerkerkplatz noch längst nicht
gebaut ist. Es besteht die Aussicht,
dass die Halle noch zu stoppen ist:
Durch die notwendige Änderung des
Bebauungsplans werden die
Grundstücke der Anrainer dramatisch
entwertet. Man kann auch von einer
kalten Enteignung sprechen. Es ist
zu erwarten, dass hier -zu Recht-
eine ganze Reihe von Anwohnern aus
verschiedenen Gründen Widerspruch
einlegen werden und wahrscheinlich
sogar den Klageweg bestreiten
werden.
Ihre CDU-Fraktion